Interview mit Lothar Inden

Die Größte Kirmes am Rhein hat ihrem Namen wieder Ehre gemacht. Sie ist jetzt seit acht Tagen beendet. Bitte werfen wir einen Blick zurück!

Lothar Inden: „Alles lief auf eine Traumkirmes hinaus, seit dem ersten Samstag herrschte perfektes Kirmeswetter. Der Unwetter-Samstag hat uns buchstäblich einen möglichen neuen Besucherrekord verhagelt.

Wie haben die Schausteller reagiert?

Lothar Inden: Sie waren sauer, das ist doch klar, uns haben 300.000 bis 400.000 Besucher gefehlt, das merkt man schmerzlich in der Kasse. Aber unterm Strich waren die Schausteller dann doch sehr zufrieden. Unsere Kirmes ist für sie sowas wie eine sichere Bank.

Das Angebot war diesmal mehr denn je auf Familien ausgerichtet. Richtige Entscheidung?

Lothar Inden: Auf jeden Fall. Wir werden das im Vorstand besprechen und gewiss werden die positiven Erfahrungen bei der Planung der Kirmes 2020, die vom 17. bis 26. Juli stattfinden wird, einfließen.

Thomas König als Chef der Platzkommission legte Wert auf die Feststellung, dass die Kirmes als Volksfest „quicklebendig“ ist. Gilt das auch für die Veranstalter, die St. Sebastianus Schützen von 1316?

Lothar Inden (lacht): Und ob! Wenn man die Begeisterung der Kameradinnen und Kameraden wieder live miterlebt hat, kann man nur sagen: Das Schützentum ist zeitlos und steht hoch in der Gunst der Mitglieder des Vereins, aber auch der Gesellschaft. Wir haben erneut 2000 Senioren mit Speis und Trank bewirtet, mit Tombola und Tanzmusik für einen tollen Nachmittag und Abend gesorgt, solche sozialen Dienstleistungen soll uns mal jemand nachmachen.

Und das Drum und Dran – Königsschuss, Gästevogel-Schießen, die große Parade?

Lothar Inden: Der Königsschuss ist nach wie vor für uns der Höhepunkt im Schützenleben, das gilt ebenso für Jung-Schützenkönig und Pagenkönigin, denn der Nachwuchs ist uns wichtig. Und nach wie vor wachsen junge Menschen in den Verein wie selbstverständlich hinein. Das Gästevogel-Schießen ist mittlerweile ein großer Social Event geworden. Ich glaube, ich darf sagen: Man sieht nirgendwo mehr Stadtprominenz als dort.

Und die Parade?

Lothar Inden: Wenn Tausende Schützen, beritten und zu Fuß, der Stadtbevölkerung und Gästen ein solch traditionelles und farbenprächtiges Schauspiel mit Musik bieten, wünschte ich mir, dass Stadt und Anlieger noch mehr Notiz davon nähmen. Es wäre vor allem schön, wenn Anlieger, sowohl Geschäftsleute als auch andere Bürger sich etwas einfallen ließen, um den Festzug optisch zu begleiten. So könnte die Parade noch mehr zu einem definierten Höhepunkt im Kontext von Schützenfest und Kirmes werden.

38 Jahre lang ritt Oberst Günther Pannenbecker bei den Umzügen vorweg…

Lothar Inden: …den wir mit viel Herzblut, standing ovations und Umarmungen als Oberst verabschiedet haben. Da ist manches Tränchen geflossen. Im Winter werden wir seinen Nachfolger wählen.

Der Oberbürgermeister eröffnet traditionell mit dem Chef, dem Regimentskönig, Platzmeister und Schützenvorstand die Kirmes und ist offensichtlich auch den Schützen zugetan. Kann und sollte die Stadt Düsseldorf noch mehr für die Kirmes und das Schützenfest unternehmen?

Lothar Inden: Thomas Geisel ist längst Schützenkamerad und weiß um den Stellenwert des Schützenwesens in der Landeshauptstadt. Mehr tun könnte die Stadt selbstverständlich: Die öffentliche Wahrnehmung ist doch die, dass das Frankreich- und Japan-Fest mit wenigen Hunderttausend Besuchern von der Stadt faktisch der Kirmes mit vier Millionen Gästen gleichgestellt wird. Düsseldorf Tourismus tut schon recht viel, aber natürlich ist hier immer noch viel Luft nach oben.

Nach der Kirmes ist vor der Kirmes…

Lothar Inden: Na ja, wir müssen die alte noch verdauen, da ist noch sehr viel zu bewältigen, das mit den Kommissionsvorsitzenden intensiv besprochen werden werden muss.

Und dann ein bisschen Urlaub?

Lothar Inden: Ausgezeichnete Idee.

Jul, 29, 2019

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